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Satzung (Foto: Bohbeh/shutterstock.com)

Bausteine für eine kooperative Versorgungslandschaft

Hamburg, 09.07.2018. Zugunsten einer besseren Patientenorientierung besteht nach wie vor der Bedarf einer besseren Verzahnung der Sektoren in der deutschen Versorgungslandschaft. Das gesundheitspolitische Vorhaben steht für die laufende Legislaturperiode erneut auf der Agenda der Regierung, was die Techniker Krankenkasse (TK) begrüßt.

Um eine kooperative Versorgungslandschaft zu schaffen, sind aus Sicht der TK sechs Bausteine zentral.

Koordinierte Notfallversorgung und sektorenübergreifende Bedarfsplanung
Als ersten Schritt gilt es, eine koordinierte Notfallversorgung zu schaffen und den Zugang zu Arztterminen zu verbessern. Hierbei müssen vor allem das Problem der Fehlversorgung vermeintlicher Notfälle sowie das Problem langer Wartezeiten auf Arzttermine angegangen werden. Als Lösungsansatz sieht die TK unter anderem einen an die Terminservicestellen erteilten Vermittlungsauftrag sowie ein standardisiertes digitales Zeitmanagement für alle Arztpraxen vor. Die Organisation einer sektorenübergreifenden Bedarfsplanung bildet den zweiten zentralen Baustein. Um die bestehenden Ungleichgewichte innerhalb der deutschen Versorgungslandschaft auszugleichen, fordert die TK, das ambulante und stationäre Behandlungsangebot zukünftig gemeinsam zu betrachten.

Neue Strukturen und Vergütungsmodelle
Darüber hinaus müssen die in den vergangenen Jahren erlassenen Vorschriften der Leistungserbringung im Grenzbereich zwischen den Sektoren neu strukturiert werden mit dem Ziel, transparente Strukturen zu schaffen. Auch die Vergütung ambulant erbringbarer Leistungen muss adaptiert werden, damit das Risiko falscher oder unnötiger Behandlung von Patienten minimiert wird. Diese Gefahr ergibt sich aus dem aktuell bestehenden Anreiz für Leistungserbringer, unterschiedliche Höhen der Vergütung als Entscheidungskriterium für Ort und Umfang der Behandlung heranzuziehen. Einen Lösungsansatz sieht die TK in der Hybrid-DRG, die eine gleiche Vergütung für gleiche Leistung intendiert, unabhängig davon, ob sie ambulant oder stationär erfolgt.

Digitale Dokumentation und Telemedizin
Eine standardmäßige digitale Dokumentation des Behandlungsverlaufs bildet den fünften Baustein, um eine kooperative Versorgungslandschaft zu realisieren. Es soll das Potential der digitalen Vernetzung aller wichtigen Akteure genutzt werden, um die Kooperation im Gesundheitswesen und somit letztendlich die Versorgung der Versicherten zu verbessern. Die TK fordert die Politik dazu auf, eine patientengesteuerte Datenplattform zugunsten der Versorgungsqualität und Patientensicherheit zu realisieren und testet bereits eine elektronische Gesundheitsakte. Letzte Komponente der Forderungen besteht im Ausbau der Telemedizin, damit Weg- und Wartezeiten für Patienten, aber auch Behandlungswege verkürzt werden können. Damit vollständig digitale Versorgungspfade möglich werden, sollen weitere Anachronismen, wie das Fernverschreibungsverbot und Schriftformerfordernisse auf den Prüfstand gestellt werden.

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