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Satzung (Foto: Bohbeh/shutterstock.com)

Beschäftigte in der Altenpflege: Doppeltes Risiko für Berufsunfähigkeit

Hamburg, 02.08.2018. Beschäftigte in der Altenpflege werden doppelt so häufig erwerbs- oder berufsunfähig wie andere Berufsgruppen. Das ergab eine aktuelle Auswertung von Versichertendaten der Techniker Krankenkasse (TK) im Rahmen des TK-Gesundheitsreports. Demnach beziehen diese Berufsgruppen doppelt so häufig Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrenten aufgrund ihrer Alters- und Geschlechtsstruktur als zu erwarten wäre.

Deutlich mehr Fehltage als der Durchschnitt


Darüber hinaus liegt die Anzahl der Fehltage bei Beschäftigten in der Altenpflege mit 25,3 Fehltagen pro Versicherungsjahr deutlich über dem Durchschnitt der Erwerbspersonen. Dieser liegt bei 15,1 Tagen. Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK: "Die Zahlen sind alarmierend. Sie zeigen, dass viele Pflegekräfte gesundheitlich stark belastet sind und sogar ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Es ist grundsätzlich gut, dass die Politik das Thema Pflege nun anpackt. Wir stehen hier jedoch vor einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, für die alle Beteiligten an einen Tisch müssen."

Handlungsbedarf bei professioneller und informeller Pflege


Die TK schlägt einen "Masterplan Pflegeberufe" vor, um die die Arbeitsbedingungen am Bett zu verbessern und so die Attraktivität des Berufsbilds zu steigern. Ziel ist auch, dass die heute in der Pflege Beschäftigten länger in ihrem Beruf arbeiten können und dies öfter in Vollzeit tun. Neben einer höheren Vergütung und einer größeren Lohnspreizung sieht die TK auch bei der Entwicklung von Rückkehrangeboten, einer altersgerechten Arbeitsorganisation sowie dem Fördern neuer Karrierewege Handlungsbedarf. Diese Handlungsfelder werden von der Politik aktuell mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz adressiert. Für die Altenpflege sind neben zusätzlichen Stellen auch die Förderung digitaler Entlastungsmöglichkeiten, eine verbesserte betriebliche Gesundheitsvorsorge und die Stärkung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorgesehen.

Zudem müssten beim Thema Pflege auch die pflegenden Angehörigen stärker in den Fokus rücken, so Ballast weiter. "Pflegende Angehörige stellen nach wie vor den größten 'Pflegedienst' und dürfen beim Thema Entlastung nicht hinten anstehen". Die TK setzt sich dafür ein, dass Smart-Home-Lösungen, die die Selbständigkeit Pflegebedürftiger unterstützen, in den Leistungskatalog der Pflegeversicherung aufgenommen werden.

TK-Modellprojekt zur Prävention in der Altenpflege


Ein bundesweites Modellprojekt der TK kümmert sich um Präventionsaufgaben in "stationären Pflegeeinrichtungen". Im Fokus steht die Gesundheit von Mitarbeitern ebenso wie die gesundheitlichen Ressourcen der Pflegebedürftigen. Ziel des Projekts PROCARE ist, ein Präventionsprogramm (nach §5 SGB XI) in Pflegeeinrichtungen zu implementieren. Dazu gehören Maßnahmen der Gesundheitsförderung für Mitarbeiter ebenso wie gezielte Präventionsmaßnahmen für die Pflegebedürftigen - in den Bereichen Bewegung, Kognition und psychosoziales Wohlbefinden.

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