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Satzung (Foto: Bohbeh/shutterstock.com)

TK-Verwaltungsrätin Katrin Schöb: "Die digitale Gesundheitskompetenz ist der Schlüssel."

Bayern, 12.12.2018. Die ehrenamtlichen Mitglieder des TK-Verwaltungsrats haben in ihrer letzten Sitzung Position zum Thema digitale Gesundheitskompetenz bezogen. Die TK-Verwaltungsrätin Katrin Schöb aus München erläutert in ihrem Gastkommentar die Inhalte der neuen Resolution.

Es ist begrüßenswert, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen bayern- wie bundesweit Fahrt aufnimmt. Die Politik hat den ernsthaften Willen, die Entwicklung systematisch voranzutreiben. Spricht man über den ländlichen Raum, geht es dabei meist um den Ausbau der Netze und sonstiger Infrastruktur. Denn gerade im Flächenstaat Bayern gibt es Flecken, an denen man aufgrund von Funklöchern weit davon entfernt ist, beispielsweise ein telemedizinisches Netzwerk aufbauen zu können.

Doch die Digitalisierung in der Gesellschaft zu verankern, bedeutet nicht nur, schnelles Internet an jedem Wohnort im Freistaat zu etablieren oder digitale Lösungen anzubieten, die die Versorgung bestimmter Patientengruppen verbessern. Gerade ein zunehmend digitales Gesundheitswesen erfordert die entsprechenden Kompetenzen bei den Patienten und Versicherten.

Die digitale Gesundheitswelt für alle zugänglich machen


Die breite Vermittlung digitaler Gesundheitskompetenz ist der Schlüssel, um die Vorteile einer digitalen Gesundheitswelt für alle Patienten zugänglich zu machen. Denn viele Herausforderungen im Gesundheitswesen wie Pflege und Medikation können in Zukunft nur mit digitaler Unterstützung gelöst werden. Gelingt das nicht, wird nur ein Teil der Patienten von digitalen Innovationen profitieren.

Deshalb müssen künftige Gesetzesinitiativen zur Digitalisierung auch die digitale Gesundheitskompetenz berücksichtigen und neben der Infrastruktur diesen Aspekt fördern.

Die digitale Gesundheitskompetenz ist unterschiedlich ausgeprägt


Die repräsentative TK-Studie "Homo Digivitalis" zeigt: Bisher ist diese digitale Gesundheitskompetenz in Deutschland sehr unterschiedlich ausgeprägt. Vielen Menschen fällt es schwer, Informationen zu filtern und seriöse von unseriösen Quellen zu unterscheiden. Dennoch recherchiert die Mehrheit online zu Gesundheitsthemen. Vor allem Kranke finden es schwierig, an seriöse und verständliche Gesundheitsinformationen zu gelangen.

Das bisherige Verständnis von "Gesundheitskompetenz" reicht also nicht aus. Bisher ging es um die Fähigkeiten und Fertigkeiten, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und für gesundheitsbezogene Entscheidungen anzuwenden. Neben der Gesundheitskompetenz im "bisherigen" Sinne bedarf das Verständnis von Gesundheitskompetenz einer spezifischen digitalen Komponente, um Chancen im Sinne der eigenen Gesundheit zu nutzen.

Das Gesundheitswesen ins digitale Zeitalter führen


Das beginnt bei der online-Recherche und der Einschätzung von Gesundheitsinformationen, beinhaltet aber auch den Umgang mit digitalen und vernetzten Gesundheitsdaten. Hinzu kommt ein kompetenter Umgang mit Geräten, Medien und Technologien selbst, ohne dadurch die eigene Gesundheit zu gefährden, also der Erwerb von Medienkompetenz.

Unser Gesundheitswesen in das digitale Zeitalter zu führen, bedeutet auch, in der Gesundheitsförderung neu zu denken.

Wir erleben seit einigen Jahren einen fundamentalen Wandel hin zu digitalen Lebenswelten. Dies betrifft Kinder, Jugendliche und Erwachsene - in unterschiedlichem Ausmaß und mit unterschiedlichen Herausforderungen.

Prävention darf sich nicht in Ernährung, Bewegung, Stress und Sucht erschöpfen


Wenn wir die hierin innewohnenden Chancen nutzen und den gesundheitlichen Risiken begegnen wollen, darf sich Prävention künftig nicht in den bisherigen Mustern "Ernährung, Bewegung, Stress und Sucht" erschöpfen. Wichtig ist auch die Förderung der gesundheitsförderlichen Lebenskompetenz in einem digitalen Umfeld. Dabei sind alle gesellschaftlich verantwortlichen Ebenen und Institutionen gefordert, Konzepte zu entwickeln. Und auch ein künftiges Präventions- und Gesundheitsförderungsgesetz muss den Aspekt der Digitalisierung berücksichtigen.


Digitale Gesundheitskompetenz bei der TK


Die TK zeigt bereits heute, wie Krankenkassen einen Beitrag dazu leisten können. Sie engagiert sich auf unterschiedlichen Ebenen für die digitale Gesundheitskompetenz ihrer Versicherten.
Darunter fallen beispielsweise folgende Bereiche:
• Angebot konkreter Informationspakete zur Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz, z. B. digitales Kursangebot "Kompetent als Patient"
• Förderung der Medienkompetenz, z. B. durch das Projekt Netzgänger 3.0 in Bayern
• Qualitätssicherung bei Health-Apps, z. B. durch Initiierung einer Studie zur Qualitätsbewertung von Health-Apps
• Bereitstellung von hochwertigen digitalen Angeboten, z. B. eCoaches zu verschiedenen Themen, Gesundheitsakte TK-Safe und TK-App

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