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News (Foto: Bohbeh/shutterstock.com)

vdek fordert: Regierungskoalition muss Krankenhauslandschaft reformieren

Berlin, 01.11.2021. Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) appelliert an SPD, Grüne und FDP, in ihrem Koalitionsvertrag eine Krankenhausstrukturreform festzuschreiben. „Die neue Bundesregierung steht vor der großen Herausforderung, die Krankenhauslandschaft in Deutschland zukunfts- und demografiefest zu machen. Der künftig zunehmende Personalmangel in der Krankenhauspflege, Überversorgung in Ballungsgebieten und drohende Unterversorgung in ländlichen Regionen sind Probleme, die von der Politik angegangen werden müssen“, sagte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek.

Sinnvolle Strukturanpassungen nötig
Die neue Regierungskoalition muss sicherstellen, dass Überversorgung in urbanen Regionen abgebaut und drohende Unterversorgung im ländlichen Raum ausgeglichen wird. Dazu braucht es sinnvolle Strukturanpassungen. Die Ersatzkassen fordern einen ausgewogenen Mix aus maximalversorgenden und hochspezialisierten Zentren auf der einen und einer basisversorgenden Krankenhauslandschaft in der breiten Fläche auf der anderen Seite.

Qualitätsverbesserung durch Leistungsverdichtung
Die Qualität der Krankenhausversorgung muss durch Leistungsverdichtung erhöht werden. Das heißt vor allem: Nicht jedes Krankenhaus muss jeden Eingriff durchführen können. Ziel muss ein vernünftiger Ausgleich sein zwischen einer flächendeckenden Grundversorgung und einzelnen Krankenhäusern, die Spitzenmedizin anbieten.

Weiterentwicklung DRG-System
Die aktuelle DRG-Systematik setzt Fehlanreize für eine starke Mengenausweitung wie zum Beispiel unnötige Operationen. Darunter leiden nicht nur die Behandlungsqualität und die Patientensicherheit. Die jetzige Systematik führt auch zu einer Personalkonzentration in ohnehin überversorgten Regionen - und zu Personalmangel in unterversorgten Gebieten. Die Ersatzkassen fordern daher von der neuen Regierungskoalition, die Fallpauschalen methodisch weiterzuentwickeln.

Differenzierte Kalkulation für die Finanzierung von bedarfsnotwendigen Strukturen
Bedarfsnotwendige Strukturen sind nicht immer wirtschaftlich. Sie müssen aber finanziert werden, um eine gute Versorgung der Bevölkerung in allen Teilen Deutschlands sicherzustellen. Durch eine bundesweite DRG-Kalkulation, die künftig die Versorgungsstufen und -regionen differenziert berücksichtigt, werden die unterschiedlichen Vorhaltekosten angemessen finanziert.

Planung und Differenzierung der Vergütung nach Versorgungsstufen
Ein Universitätsklinikum hat andere Aufgaben als ein Kreiskrankenhaus. Die Krankenhausplanung spiegelt dies bisher nur unzureichend wider. Erforderlich ist eine bundeseinheitlich geltende G-BA-Definition nach Versorgungsstufe und entsprechenden Leistungsbereichen und -gruppen. Damit muss eine jeweils einheitliche Vergütung verbunden sein.

Bund-Länder-Pakt für Krankenhausreform
Elsner appellierte an die künftigen Koalitionspartner, das Thema Länderfinanzierung anzugehen. „Die Länder müssen endlich ihrer Pflicht für die Investitionskostenfinanzierung der Krankenhäuser vollständig nachkommen“, sagte die vdek-Vorstandsvorsitzende. Um dies zu erreichen, seien etwa gesetzliche Investitionsquoten und flankierende Bundesprogramme denkbar. Die Ersatzkassen fordern einen Bund-Länder-Pakt für moderne Krankenhausstrukturen. Ein übergreifendes Bekenntnis für eine umfassende Reform ist dringend nötig.

Mehr zu den Forderungen der Ersatzkassen an die neue Bundesregierung gibt es im Internet unter:
https://www.vdek.com/content/dam/vdeksite/vdek/politik/positionen/Gesundheitspolitische_Positionen_2021.pdf

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